Ciao…
Meine innere Uhr ist auf 7.00 Uhr programmiert…
Das ist dann jedenfalls meine Zeit, zu der ich hier in Sardinien seit nunmehr 2 Wochen die Augen aufschlage und voller Spannung einem neuem Tag entgegen blicke…
Die Sonne steht bereits ziemlich hoch am blauen und zumeist wolkenlosen Himmel und ich schlappe wenige Minuten später zu meinem Arbeitsplatz – der Mountainbike-Station – um mir einen Überblick über meine 24 „Schäfchen“ zu verschaffen und darüber, wie viele sich über Nacht überlegt haben, mir den Morgen zunächst mit einem platten Reifen zu versüßen…
Aber erstmal werde ich einen Kaffee schlürfen, damit gar nicht erst deutsche Hektik auftritt. Meine tägliche Meditations- und Yogapraxis verstärkt zudem das tiefe Gefühl der inneren Ruhe.
Das hält ungefähr so lange an, bis ich auf dem Weg zum Frühstück eine Stimme hinter mir her rufen höre: „Äh Anne, was soll ich denn jetzt machen? Jemand hat mein Rad genommen, für das ich mich gestern aber schon in die Liste eingetragen habe!“. Wenige Minuten später: „Meine Klimaanlage im Zimmer macht komische Geräusche.“
Ein typischer Morgen hier im „Le Quattro Lune“ auf der traumhaft schönen Mittelmeerinsel Sardinien…
10 Uhr startet die Bike-Tour. Wir fahren zum Osalla Beach – einem Strand südlich von Orosei mit einer Wasserfarbe, dass man auch meinen könnte, in der Karibik zu sein.
Ich führe die Mountainbiker bei angenehmen 38°C im Schatten in Strandnähe durch Olianderhaine zu unserem Tagesziel: einer Bar im Schatten eines Pinienwaldes, wo sich Viele wünschen, dass jetzt doch bitte die Zeit stehen bleiben möge…
Einige tauchen zur Erfrischung in die Wellen, andere tun dies mit einem gekühlten Bier im Schatten. Dann kommt der Ruf für eine Runde Beach-Volleyball. Zwischendurch chillen nicht vergessen…
Die Fahrt zurück zum Hotel fällt einigen Gästen dann natürlich etwas schwer, weil eigentlich gerade Siesta ist. Trotzdem lassen sich einige nach kurzer Pause noch für Aqua-Fitness oder Bauch, Beine, Po motivieren. Schließlich hat man ja einen Sporturlaub gebucht…
Und ins sardische Hinterland geht es ja erst morgen…
Seit ein paar Tagen bin ich hier sowohl körperlich als auch mental endlich angekommen und habe mich mit meinem neuen, kurzen Lebensabschnitt vertraut gemacht. Es macht Spaß den Gästen als Mountainbike-Guide einen kleinen Teil der Insel zu zeigen und ich genieße diese neue Erfahrung als Sportanimateur.
Sardinien ist zum Mountainbiken genial! Wenn man versucht, die Hauptstraßen zu vermeiden (italienische Fahrweise), findet man viele kleine Straßen und Wege im Hinterland. Diese sind zumeist nicht mehr asphaltiert und man setzt sich dann zum Teil sehr groben Kies und Schotter aus. Neben der Gewöhnung an die körperliche Belastung in der Hitze, ist hier dann eine technische Fahrweise angebracht.
Als „Chefin“ der Mountainbike-Station werde ich in den nächsten Wochen mit Sicherheit auf die Suche nach neuen Wegen und Trails gehen, um meinen Gästen Touren jeden Anspruchs anbieten zu können.
Bis bald!
