Bericht Nr. 9: Ihr Kinderlein, ich komme!


By Anne - Posted on 01 September 2011

Soeben lese ich in meinem letzten Bericht, dass der Herbst in seinen letzten Zügen liegt. Nun ist es bereits der Winter, der sich auf dieser Erdhalbkugel wieder verabschiedet und den Frühling einziehen lässt.
Der Winter in hiesigen Breitengeraden war grundsätzlich kaum anders als in der thüringischen Heimat. Dennoch gibt es ein paar gravierende Unterschiede, was das tägliche Leben angeht: so ist es doch irgendwie „normal“ geworden, abends inklusive Mütze unter die vier Bettdecken (Daunendecken gibt es hier auch nicht) mit zwei Wärmflaschen zu huschen. Hier gibt es nämlich nicht so etwas wie Zentralheizung, wo man auch im Winter im T-Shirt durch die Wohnung rennen kann. Auch was die Häuserisolation angeht, ist man hier dem deutschen Standard doch noch ein paar Jährchen hinterher. Aber irgendwie machen solche Dinge dieses Land einfach sympathisch für mich.
Ähnlich in der Zeit zurück versetzt habe ich mich bei meinem ersten Snowboard-Ausflug gefühlt. Zunächst einmal war es ein Abenteuer überhaupt vor Ort zu gelangen: per Anhalter ging es nämlich zur Piste. Die „Straße“ zum Zielort würde in Europa niemals dem TÜV standhalten, nur wenige Menschen würden diese Tortur wohl ihrem Auto überhaupt antun und Schwindelfreiheit war ohnehin Voraussetzung. Als ich dann am Lift stand, hätte ich nie im Leben daran gedacht, heute auch nur eine einzige komplette Abfahrt genießen zu können. Die Kiwis nennen es ‚nutcracker‘ (zu deutsch ‚Nussknacker‘) – ein Eisengerät, welches man mit einem gekonnten Handschwung um ein sich bewegendes Stahlseil schleudert, zupackt und sich dann in seinem Hüftgurt den Berg hinauf ziehen lässt. Es hat einige Anläufe gebraucht bis ich die Koordination aller zeitgleich stattfindenden Ereignisse hinbekommen habe ohne vom Board zu kippen. Und dann stand ich oben und hatte vor lauter Freude Schmetterlinge im ganzen Körper…
Hier in Hanmer Springs massiere ich weiterhin fleißig vor mich hin; habe vor kurzem meine Fähigkeiten noch um die der Traditionellen Thai Yoga Massage erweitert. In meiner ersten offiziellen Woche „Urlaub“ flog ich nach Auckland und habe einen Kurs besucht, der mir schon längere Zeit vorschwebte. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht! Nun brauche ich möglichst viele Versuchskaninchen an denen ich üben kann, was sich aber als nicht allzu schwierig erweist, denn wer legt sich nicht gerne für eine 2,5 stündige Behandlung zu meinen Füssen??? :-)
Die wohl grandiosesten Neuigkeiten gibt es in Bezug auf mein Spendenprojekt „KinderLachen“ in Bangladesch. Ihr Kinderlein, ich komme nun tatsächlich!!!
Anfang November steige ich in Christchurch ins Flugzeug nach Dhaka (bangladesische Hauptstadt) um gemeinsam mit Antje die bis dahin gesammelten Spendengelder dem Waisenheim übergeben. Meine Vorfreude ist natürlich riesig und ICH BEDANKE MICH ÜBERAUS FÜR EURE SPENDENBEREITSCHAFT! Ich verspreche, ihr dürft schon jetzt gespannt sein auf Bilder und Berichte meiner hautnahen Erlebnisse vor Ort. Vor Ort im ärmsten Land der Welt mit wunderbaren Gesten der Unterstützung…
Im gleichen Atemzug möchte ich euch weiterhin dazu ermutigen den bisherigen Spendenstand zu erhöhen und euren Beitrag für eine bessere Welt zu leisten, andere Menschen einzuweihen und zu begeistern.
Ich werde für 4 Wochen Bangladesch und Indiens bereisen. Genauere Pläne außer unserem Aufenthalt im Kinderwaisenheim gibt es noch nicht. Wobei ich mir auch nicht sicher bin, ob es Sinn macht, für diese Ländern Pläne zu haben, oder ob ich mich einfach treiben lasse…

Bis ganz bald!
Eure schon aufgeregte Anne



Spendenprojekt

kinderlachen

Spendenstand

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